Die besten Transfers in der Geschichte der Bundesliga

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Die besten Transfers in der Geschichte der Bundesliga

Geld schießt Tore. Viel Geld schießt viele Tore. Aber manchmal verhindert auch viel Geld, dass Bälle ins Tor gelangen. Die Rede ist von Transfers, die der Bundesliga entweder einen neuen Star geschenkt haben oder solche, bei denen das Sprungbrett Beletage der deutschen Fussball-Szene genutzt wurde, um sich für noch größere Vereine zu empfehlen. Hier werden nun einige dieser Hammer-Transfers durchleuchtet und geschaut, ob sowohl der Ruhm, der Glanz als auch die gezahlten Millionen durch die Leistungen gerechtfertigt wurden.

Die Bayern…und dann lange nichts

Es mag wenig verwunderlich daherkommen, dass der so erfolgreiche Rekordmeister FC Bayern München auch auf dem Transfermarkt uneinholbar vorne liegt. Natürlich sprechen die Zahlen der Vergangenheit dafür, dass sie auch mal eine Menge Geld in die Hand nehmen können, um hochkarätig besetzte Positionen nochmals zu verbessern. Aber wenn man sich anschaut, dass von den 10 teuersten Transfers, die jemals in die Bundesliga gewechselt sind, ganze 8 davon zu den Münchenern gingen, dann ist dies schon eine Dominanz, die bedrohlich wirkt. Der aktuelle Rekordtransfer der Bundesliga wird vom noch spanischen Javi Martinez getragen, der im Sommer 2012 für die unglaubliche Summe von 40€ Millionen von Athletico Bilbao an die Isar wechselte. Keine 12 Monate später durfte er sich Triple-Gewinner nennen, sein Beitrag zu diesem historischen Event kann dabei gar nicht genug gelobt werden. Als erster Spanier, der jemals für den aktuell wohl besten Verein der Welt gespielt hat, konnte sich Martinez schnell an den neuen Spielstil unter dem damaligen Trainer Jupp Heynckes gewöhnen und glänzte im defensiven Mittelfeld neben Sebastian Schweinsteiger. Daher konnte sich auch sein Marktwert erheblich steigern und liegt nun bei beeindruckenden 37€ Millionen.

Aber auch ein Herr Martinez ist nur einer von 11 Spieler, die bei den Bayern gleichzeitig auf dem Platz stehen können und wenn wir uns nun ansehen, was die Idealaufstellung betrifft, dann können wir schnell weitere Hammer-Transfers bestaunen.

Natürlich ist im Tor die deutsche Nummer 1 Manuel Neuer. Satte 27,5€ Millionen hat sich der FC aus München im Sommer 2011 die Dienste des vielleicht besten Torwarts der Welt kosten lassen. Dies ging jedoch nicht gänzlich ohne Zwischentöne über die Bühne, denn besonders die Fans des abgebenden Vereins FC Schalke 04 waren sehr erzürnt über ihren Jung’ aus Gelsenkirchen, der selber einst Ultra des Vereins war und nun scheinbar des Geldes und des Ruhmes in den Süden gezogen ist. Niemand kann es hm aber verübeln, denn mit den Bayern spielt man immer im Rampenlicht, wie auch bei BWIN zu erkennen ist.

Dass ein Neuer im Tor der Bayern jedoch regelmäßig mit eingeschlafenen Füssen und Langeweile zu kämpfen hat liegt nicht an der Schwäche der Gegner, sondern einfach auch daran, dass der FC in der Abwehr hervorragend aufgestellt ist – ohne dabei jedoch für Bundesliga-Verhältnisse die ganz großen Summen ausgegeben zu haben. So ist der teuerste Spieler bei den Verteidigern Jerome Boateng, der ebenfalls zum Sommer 2011 aus England an die Isar gewechselt kam. Verantwortlich für das Spielgeschehen nach vorne sind aber andere. Da wären zum Beispiel der geniale Franck Ribery zu nennen, der jedem Spiel seinen Stempel aufdrücken kann und dessen 25€ Millionen, die man im Sommer 2007 nach Marseille überwiesen hat, sich schon lange mehrfach rentiert haben. Auch seine neuen besten Freunde Mario Götze und Arjen Robben gesellen sich gerne zu ihm ins Mittelfeld, wodurch alleine dort Transferausgaben von insgesamt 86€ Millionen (Götze kostete 2013 37€ Millionen, Robben im Sommer 2009 stolze 24€ Millionen) ihr sportliches Unwesen treiben und für jeden Gegner ein echtes Problem darstellen. Und bis zum Sommer vergnügten sich die Bayern auch noch mit einem gewissen Mario Gomez, der einst 30€ veranschlagt hatte, nun jedoch in der schönen Stadt Florenz seine Brötchen verdient. Mit den 30€ Millionen, die man damals ins nahe gelegene Stuttgart für den Ausnahme-Stürmer überwies, stellte man übrigens im Sommer 2009 einen neuen Ablöserekord auf…

Bevor hier aber der Verdacht aufkommt, dass die Bayern mit Geld nur so um sich werfen: Sie nehmen ja auch wirklich gutes Geld durch Transfererlöse ein. So haben sie erst im Sommer 2013 den Brasilianer Luiz Gustavo für satte 19€ Millionen an den Liga-Rivalen VfL Wolfsburg (die selber gerne auf dem Transfermarkt aktiv sind, dazu später mehr) verkauft, einige Jahre vorher wurde der leider sehr verletzungsanfällige Owen Hargreaves für 25€ Millionen an den englischen Traditionsverein Manchester United verkauft. Der bereits angesprochene Mario Gomez konnte 2013 für immerhin noch etwas weniger als 50% seines ursprünglichen Einkaufswertes zum FC Florenz verkauft werden.

Das Geld zirkuliert also im Verein und wird – den Ergebnissen nach zu urteilen – auch an den richtigen Stellen gewinnbringend investiert. Aber natürlich ist nicht nur der FC Bayern München ein Global Player auf dem (inter)nationalen Transfermarkt…

Autostadt kauft Ausnahmespieler

Man mag vom VfL Wolfsburg und ihren verschiedenen Strategien im Profifussball halten was man will. Fakt ist, sie wissen das viele Geld, was sie teilweise durch ihren Hauptsponsor bekommen, gut einzusetzen. Das vielleicht beste Beispiel dafür ist sicherlich Edin Dzeko. Der Stürmer aus Bosnien-Herzegowina kam 2007 für bescheidene 4€ Millionen aus der ersten tschechischen Liga zum VfL. 3 ½ Jahre und eine Meisterschaft später sicherte sich der neureiche Verein Manchester City für stolze 32,5€ Millionen die Dienste des Vollblut-Angreifers. Schnelle Kopfrechner wissen, dass dies die 8-fache Summe dessen ist, was man einst für ihn ausgab und zudem den teuersten Verkauf eines Spielers aus der Bundesliga darstellt.

Dieses – und anderes Geld – investiert man in der Kleinstadt gerne in alte und neue Superstars. So wurde erst im Winter 2014 für 17€ Millionen der Belgier Kevin de Bruyne von Chelsea London verpflichtet, in der Hoffnung, doch noch in die Reichweite der Champions-League-Plätze zu gelangen. Um Platz zu schaffen, wurde Diego für lediglich 1€ Million nach Madrid zu Athletico transferiert. Auch er ist eine interessante Erscheinung, eine Diva und ein Genie in einer Person. Werder Bremen konnte im Sommer 2009 nicht länger widerstehen und veräußerte den Exentriker für die vereinsinterne Rekorsablöse von 24,5€ Millionen zum italienischen Kultklub Juventus Turin. Wie bereits erwähnt sicherte sich Wolfsburg in der Sommertransfer-Phase die Dienste des brasilianischen Nationalspielers Luiz Gustavo, der bei den Bayern trotz Triple-Gewinn keinen Platz mehr gefunden hätte. Die 19€ Millionen konnte der Konzern hinter dem Verein auch recht leicht bezahlen, denn die Verkaufszahlen des Autos #1 in Deutschland sind ja konstant steigend.

Aber nun zu zwei anderen Schwergewichtern auf der deutschen Transfer-Landkarte. Es geht gen Westen.

Mit dem Geld von Gazprom..

…lässt sich eigentlich so einiges anstellen sollte man glauben. Finanziell geht es dem FC Schalke 04 ziemlich gut, aber ihre Ausgaben auf dem Transfermarkt halten sich überraschend stark zurück. So findet man Jan-Klaas Huntelaar auf der ewigen Liste der teuersten Transfer erst auf Platz 34 mit fast schon läppischen 14€ Millionen. Ihr eigener Königstransfer ist bekanntlich der Verkauf von Manuel Neuer, der ihnen fast das Doppelte eingebracht hat. Dass sie seitdem keine Konstanz mehr auf der Torwart-Position haben ist aber ein gänzlich anderes Thema.

Da es also nicht sonderlich viel zu vermelden gibt vom blau-weißen Team sollten wir uns nun mal dem Lieblingsgegner beschäftigen.

Aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt

Dortmund stand noch vor wenigen Jahren vor dem totalen Zusammenfall. Sportlich fast 2.Liga, finanziell so instabil wie Griechenland und Zypern. Nicht viel hätte gefehlt und dieser lebendige Verein mit seinen beeindruckenden Fans wäre für eine Weile in Vergessenheit geraten. Durch akribische Arbeit und auch die ein oder andere Hilfe konnte sich die Borussia wieder fangen und glänzt heute durch hervorragenden Fussball, eine geniale Stadionatmosphäre – und ganz besonders mit einem Händchen auf dem Transfermarkt, das in Deutschland momentan unantastbar ist. Es ist zwar nicht der teuerste Transfer der Vereinsgeschichte, aber ein Sinnbild für kluges Taktieren – Shinji Kagawa. 2011 für die geringe Summe von 350.000€ aus dem japanischen Osaka in den Ruhrpott gelotst, hatte der wenige Mittelfeldspieler mit den allergrößten Anteil daran, dass Dortmund sowohl 2011 als auch 2012 Deutscher Meister werden konnte; damit hatte zu dem Zeitpunkt niemand mit gerechnet. Solche Leistungen blieben auch anderen Vereinen nicht verborgen und die Angebote kamen quasi im Minutentakt. Am Ende bekam Manchester United den Zuschlag – für 16€ Millionen. Die Borussia aus Dortmund hat also den 45-fachen Preis des Einkaufs wieder hineinbekommen!

Und sportlich weniger erfolgreich ist das Team von Trainer Jürgen Klopp dadurch auch geworden – die wütende Dominanz der Bayern aus München nach den beiden Dortmunder Jahren ist einfach zu groß. Jedoch konnte der BVB mit dem Erreichen des Champions-League-Finale 2013 finanziell gut aufgestellt in die neue Saison gehen. Und da zeigen sich nun auch die Spielräume der Finanzen. So wurden für die drei Stammspieler Sokrates (9,5€ Millionen), Mikhitaryan (27,5€ Millionen) und Aubameyang (13€ Millionen) zusammen genau 50€ Millionen investiert, um in der Liga zumindest Platz 2 absichern zu können. Momentan scheint der Plan aufzugehen.

International immer noch weit hinterher

Auch wenn die genannten Summen exorbitant sind und sicherlich in der Zukunft noch ansteigen werden: sie sind fast lächerlich, verglichen mit den anderen europäischen Top-Ligen. So gönnte sich Real Madrid den Superstar Christiano Ronaldo für stolze 94€ Millionen, nur Neymar aus Brasilien könnte eventuell noch teurer geworden sein. Auf der Liste der teuersten Transfers ist also logischerweise Javi Martinez der erste mit Bezug auf die Bundesliga – er ist aber nur auf Platz 34 zu finden. Der teuerste deutsche Spieler aller Zeiten ist übrigens Mesut Özil, dessen Verpflichtung von Real Madrid 2013 sich Arsenal London 50€ Millionen kosten ließ.

Abschließend bleibt zu sagen, dass die Spieler vielleicht nicht immer besser werden, die Ablösesummen aber irgendwann noch weiter nach oben steigen werden – dann auch sicherlich mit Beteiligung der Bundesliga.

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