Wunderkinder, Kinder mit Hochbegabung, beschäftigen die Wissenschaft seit mehr als zwei Jahrhunderten. Im täglichen Leben begegnen die meisten ihnen nicht. Im Laufe der Jahre entwickelten sich verschiedenste Fördermöglichkeiten und ein eigener Lifestyle. Der Begriff Wunderkind erfuhr allerdings einen Wandel. Früher verwendeten ihn die Medien für beinahe jeden Menschen, der früher als andere bestimmte Fähigkeiten erlangte. Heute ist der Begriff Wunderkinder, Kinder mit Hochbegabung, weiter zu verstehen.

Was können sogenannte Wunderkinder?

Allgemein verstehen Medien und Menschen unter Wunderkinder solche, die einen übermäßig hohen Intelligenzquotienten aufweisen. Der ungefähre Durchschnitt liegt bei 99 Punkten. Bei Messungen gab es Menschen die einen Intelligenzquotienten von 130 und mehr aufwiesen. Tatsächlich gehört zur Hochbegabung nicht nur angeborene Intelligenz, sondern noch deutlich mehr. Folgende Wesensmerkmale kennzeichnen Hochbegabte:

  • deutliches Verlangen nach Problemlösungen
  • eigene Motivation zu Forschungen und Erkundungen
  • starke Langeweile im Alltag

Viele Wissenschaftler sehen neben den kognitiven Fähigkeiten auch sich entwickelnde Kreativität als Grundvoraussetzung für spätere Leistungen. Nur ein Teil der Fähigkeiten eines Wunderkindes sind angeboren. Der eigene Drang zur Problemlösung hilft, diese weiterzuentwickeln.

Modelle zur Erkennung der Hochbegabung

Die Hochbegabung verhält sich nach überwiegender Meinung dynamisch. Das heißt, dass sie durch das soziale Umfeld und die Förderung eine Prägung erhält. Oftmals haben Wunderkinder, Kinder mit Hochbegabung, Probleme im schulischen Umfeld. Sie streben nach komplexen Herausforderungen und sind mit den schulischen Herausforderungen unterfordert. Das macht sie zur Zielscheibe der anderen Kinder. Entgegen der landläufigen Meinung haben sie persönlich aber weder psychologische Defizite noch Integrationsschwierigkeiten in höheren Altersstufen. Vielmehr sind sie unauffällig.

Berühmte Wunderkinder und Inselbegabungen

Bereits seit mehreren 100 Jahren sind Wunderkinder bekannt. Die ersten Disziplinen waren Inselbegabungen. Inselbegabungen sind Fähigkeiten, die der Mensch in Perfektion beherrscht. Darüber hinaus wiesen diese Wunderkinder keine besonderen Fähigkeiten auf. Als eines der ersten Wunderkinder galt Wolfgang Amadeus Mozart. Gerade im musikalischen Bereich halten sich heute noch Bezeichnungen für viele Musiker, wie die Violinistin Anne Sophie Mutter. Darüber hinaus gibt es sogenannte Wunderkinder im Schach. Schach gilt als eine der geistig anspruchsvollsten Tätigkeiten überhaupt. Dementsprechend verstehen Wissenschaftler und Medien das Leben der großen Schachmeister als typisch für Hochbegabte. Die Naturwissenschaften sind die heutigen Vorreiter im Bereich der Wunderkinder und dessen Auffinden. Heutige geförderte Hochbegabte forschen vor allen Dingen in der Medizin und Astronomie.

Die besondere Abgrenzungsproblematik der Wunderkinder

Aus dem Lauf der Geschichte heraus müssten viele Entdecker oder Forscher als Wunderkinder gelten. Bis heute ist es schwierig, angeborene Fähigkeiten von den Erlernten zu unterscheiden. Fakt ist, dass solche Menschen die Gesellschaft mit ihrem Lifestyle weit voranbringen. Wichtig ist, dass sie Förderung erhalten, ohne von den Eltern zu sehr vermarktet zu werden. Die Freiheit des Geistes und der Organisation ist maßgeblich für das erfolgreiche Wirken.